Freitag, 11. Oktober 2013

Hochzeitstorte Part I - Himbeer-Pfirsich-Torte

Heute verrate ich euch, was sich unter der untersten und somit größten Torte befand.
Für die Dekoration der gesamten Torte hatte sich das Brautpaar für kleine, ganz simple Blümchen entschieden. Die Deko ist angelehnt an eine Torte von der lieben Dani, die auf dem Blog "klitzeklein" immer ganz tolle Sachen postet. So habe ich mich ran gemacht und ca 500 kleine Blümchen aus Blütenpaste ausgestochen und modeliert. Wer keine gekaufte Blütenpaste zu Hause hat, der kann innerhalb von 24 Stunden ganz einfach selber welche herstellen und hinterher dann in der gewünschten Farbe einfärben. Keine Angst, die Herstellung der Blütenpaste geht ganz schnell, nur muss sie dann 24 Stunden im Kühlschrank ruhen, bis man sie einsetzen kann. Eine Anleitung, wie ihr die Blütenpaste selber machen könnt, findet ihr zum Beispiel bei Kessy von "Pink Sugar". Auf diesem tollen Blog findet ihr neben der Anleitung für die Blütenpaste auch noch ganz viele andere praktische Tutorials zum Thema Motivtorten.

Foto: Stefan Pelz

Wie der Titel des Posts ja schon verrät, versteckt sich unter dem Fondat der untersten Torte eine Himbeer-Pfirsich-Torte. Das Rezept für die Füllung habe ich bei Sarah von Sarahs Torten und Cupcakes gefunden. Für die Böden habe ich allerdings ein anderes Rezept benutzt.

Für eine Torte mit 30 cm Durchmesser müsst ihr folgendes tun:
Ich habe jeweils 3 einzelne Böden gebacken. Ich schreibe euch jetzt hier auch genau meine Vorgehensweise auf. Die Mengenangaben beziehen sich jetzt also auf jeweils einen einzelnen Boden. Unten in der Zusammenfassung werden dann aber die Angaben für alle 3 Böden stehen.
Heizt den Ofen schonmal auf 180°C Umluft vor.
Trennt 4 Eier und schlagt die Eiweiße in einer völlig fettfreien Schüssel steif. Sobald das Eiweiß eine weiche und flaumige Konsistenz aufweist, gebt ihr 60g Zucker dazu und schlagt weiter, bis ihr ganz fester Eischnee entsteht. Stellt den Eischnee zur Seite und schlagt in einer anderen Schüssel die Eigelbe mit 60g Zucker und einem Päckchen Vanillinzucker schaumig. Gebt den Eischnee nun bergartig auf die Eigelbmasse und siebt 80g Mehl, sowie 55g Speisestärke darüber. Nun hebt ihr mit einem Rührlöffel den Eischnee, das Mehl und die Speisestärke unter die Eigelbmasse, bis alles einen glatten Teig ergibt. Wichtig ist zum einen, dass ihr das Mehl und die Stärke wirklich siebt und dass ihr auf keinen Fall zum Unterheben einen Mixer benutzt.
Legt den Boden einer 30er Springform mit Backpapier aus und fettet den Rand etwas mit Margarine ein. Füllt den Teig in die Springform und schiebt diese für 25-30 Minuten in den Ofen. Öffnet während der ersten 15 Minuten nicht die Ofentür, da der Teig sonst in sich zusammen fallen könnte.
Dies wiederholt ihr nun noch zweimal, so dass ihr im Endeffekt 3 gleich dicke Böden habt.

Foto: Stefan Pelz

Für die Himbeercreme weicht ihr erstmal 5 Blatt Gelatine ein. Püriert dann 300g Himbeeren mit 3 Esslöffel Zitronensaft und 75g Zucker und streicht das so entstandene Himbeermus durch ein feines Haarsieb, damit ihr hinterher keine lästigen Kerne in der Creme habt. Vermengt das gesiebte Himbeermus mit 250g Magerquark. Wenn die Gelatine lang genug eingeweicht wurde, drückt ihr sie aus und löst sie in einem Kochtopf auf. Gebt erst etwas von der Himbeermasse zu der aufgelösten Gelatine und verrührt diese anschließend mit der kompletten Himbeermasse. Schlagt nun noch 300ml Sahne steif und hebt diese auch noch unter die Masse.

Für die Pfirsichcreme geht ihr genauso vor, nur dass ihr hier die Früchte (eine Dose Pfirsiche) nicht mit 75g Zucker, sonder lediglich mit 30g Zucker püriert. Die Dosenpfirsiche sind schon so fast süß genug.

Foto: Miriam Helle

Umstellt den ersten Boden nun mit einem Tortenring und gebt die komplette Himbeercreme darauf. Legt den zweiten Boden auf und verteilt die komplette Pfirsichcreme darauf. Zum Schluss legt ihr den dritten Boden auf die Pfirsichcreme. Wenn eure Böden nicht schön gleichmäßig gebacken sind, dann müsst ihr diese vorher noch schnell mit einem großen Messer begradigen.
Die Torte muss nun so wie sie ist über Nacht in den Kühlschrank.
Wenn ihr die Torte anschließend auch mit Fondant überziehen wollt, dann müsste ihr diese noch fandanttauglich machen. Dazu stellt ihr aus 400g Zartbitterschokolade und 200ml Sahne eine Ganache her. Bringt die Sahne kurz zum kochen und gebt dann die Schokolade dazu. Nehmt die Sahne runter von der Herdplatte und rührt solange, bis sich die komplette Schoki aufgelöst hat. Die Ganache stellt ihr nun auch über Nacht zur Seite. Die Ganache muss nicht unbedingt in den Kühlschrank. Es reicht auch, wenn ihr sie in einen kühlen Keller oder an einen anderen kühlen Ort stellt.

Am nächsten Tag könnt ihr die Torte dann mit der Ganache komplett einstreichen, sodass nichts mehr von der Creme zu sehen ist und der Fondant somit auf keinen Fall mit der Creme in Berührung kommt. Der Fondant würde sich sonst nämlich auflösen und ziemlich eklig werden. Da die Ganache über Nacht ziemlich fest geworden ist, könnt ihr einfach immer ein bisschen davon in der Mikrowelle erwärmen. Aber seit hierbei vorsichtig, nicht dass ihr hinterher wieder komplett flüssige Ganache habt. Die Ganache muss wirklich nur für ein paar Sekunden in die Mikrowelle. Wenn sie euch zu flüssig geworden ist, dann gebt einfach ein bisschen von der noch festen Ganache dazu und verrührt sie miteinander. Streicht nun also die Torte mit einem Spatel mit der Ganache ein. Versucht hierbei so ordentlich wie es nur geht zu arbeiten, da man hinterher jede Unebenheit unter dem Fondant sehen kann. Beim Einstreichen hilft es, wenn ihr eure Torte auf eine Drehplatte stellt. Ich habe diese hier vom Möbelschweden. Stellt eure Torte nun noch einmal für einige Zeit in den Kühlschrank. Falls ihr keine Zeit mehr zum Kühlen habt, dann ist das auch nicht all zu schlimm und ihr könnt eure Torte auch direkt mit Fondant überziehen.
Rollt reichlich Fondant auf eurer Arbeitsplatte aus. Am besten legt ihr eine Plastikfolie oder ähnliches unter. Damit habt ihr zum einen nicht das Problem, dass der Fondant eventuell an der Arbeitsplatte kleben bleibt und zum anderen erleichtert es euch auch das Beziehen der Torte, da ihr einfach die Folie über die Torte legen und diese dann abziehen könnt. Ich habe dafür einfach eine ganz normale durchsichtige Plastiktischdecke benutzt, die man in jedem Haushaltsladen als Meterware kaufen kann. Wenn ihr keine Folie hab, dann müsst ihr eure Arbeitsplatte sehr gut mit Bäckerstärke oder gesiebtem Puderzucker bestreuen. Dann bleibt auch nichts hängen.
Habt ihr euren Fondant ausgerollt, müsst ihr ihn mittig auf der Torte positionieren und an den Seiten schön andrücken. Das geht auch am besten, wenn die Torte auf einer Drehplatte steht. Habt beim Andrücken Geduld und arbeitet euch immer Stück für Stück vor, so dass ihr hinterher keine unschönen Falten im Fondant habt.
Ist eure Torte nun ordentlich mit Fondant bezogen, könnt ihr den überlappenden Rand unten mit einem Pizzaroller abschneiden und fertig ist eure Torte.
Den restlichen Fondant könnt ihr, sofern er nicht mit Ganache eingeschmiert ist, einfach wieder luftdicht verpacken und beim nöchsten mal wieder benutzen. Ich habe ca 400g Fondant zum Überziehen gebraucht, aber wesentlich mehr ausgerollt. Rollt lieber mehr Fondant aus, da sich die Torte so viel leicht beziehen lässt.
Ihr könnt eure Torte nun noch nach Herzenslust dekorieren.

Foto: Maximilian Stute

Alle Zutaten nochmal auf einen Blick:

Böden (30cm)
12 Eier
360g Zucker
3 Pck Vanillinzucker
240g Mehl
160g Speisestärke

Himbeercreme
5 Blatt Gelatine 
300 ml Sahne
250 g Magerquark
300 g Himbeeren
3 EL Zitronensaft
75g Zucker

Pfirsichcreme
5 Blatt Gelatine 
300 ml Sahne
1 Dose Pfirische
250 g Magerquark
30g Zucker

Ganache
400ml Sahne
200g Zartbitterschoki

Deko
400g Fondant (+ einiges mehr, das nach dem Ausrollen wieder abgeschnitten wird)
etliche Zuckerblümchen
 
Backzeit und -temperatur
25-30 Min bei 180°C Umluft

Alles Liebe, Hannah

Kommentare:

  1. Hallo Hannah,
    vielen Dank für die tolle ausführliche Anleitung! :-) Den Trick mit der Plastiktischdecke kannte ich noch nicht, das probiere ich nächstes Mal aus.
    Da fällt mir ein... wenn die Plastikunterlage perforiert ist oder irgendein Muster hat, müsste sich das ja auf den Fondant übertragen, oder? Das müsste ich auch mal ausprobieren!

    Mir gefällt besonders gut, dass du in den Blümchen einen Farbverlauf hast. :-)

    Liebe Grüße, Venda

    AntwortenLöschen
  2. Hey Venda,
    ja probier das mal mit der Plastiktischdecke aus. Das vereinfacht die Arbeit ungemein! Ich hab letztens auf der Seite eines Onlineshops eine Plastikmatte extra zum Ausrollen vn Fondant gesehen. Das Teil sollte 30€(!!!) kosten! Total unverschämt! Da tut es die Meterware aus dem Haushaltsladen genauso gut ;)
    Zum Prägen kann man solche Decken natürlich auch benutzen. Im Internet findet man auch super viele Tipps und Tricks, wie man Fondant ohne teure Prägematten verschönern kann (z.B. mit Spitzendeckchen oder Putzlappen).
    Liebe Grüße, Hannah

    AntwortenLöschen
  3. Liebe Hannah, danke für Dein Kommentar. Deine Torte ist aber auch der Wahnsinn. :) Zu Deiner Frage. Ich hatte bisher keine Probleme damit das der Fondant aufweicht und die Torte hat bei uns 3 Tage überlebt und es sah alles noch aus wie am Anfang. :)
    Ich freu mich schon auf die nächsten Beiträge zu deinem Sweet Table. Hab ein schönes Wochenende. Ganz liebe Grüßle Sandra

    AntwortenLöschen
  4. Die Torte sieht wirklich klasse aus. Elegant und schlicht in einem perfekten Gleichgewicht. Großen Respekt!
    Lieben Gruß

    AntwortenLöschen